Regis Baumens, Ilka Bauer, Corinna Mund,
Julia Koziolek & Christine Wamhof

Orpeus und Euridike

Die Metamorphose des Ovid, die in ihrer literarischen Form in der Tradition des griechischen und römischen Epos von Homer bis Vergil stehen, spielen in faszinierender Weise menschliches Denken, Lieben, Leben und Sterben wieder.
Die Geschichte der beiden Liebenden Orpheus und Eurydike, die der plötzliche Tod Eurydikes auseinanderreißt, stellt mit ihrem dunklen Szenarium der Unterwelt einen besonderen Reiz für eine grafische Auseinandersetzung dar. Wir haben versucht, die für den Verlauf der Handlung wichtigsten Verse auszusuchen, die gleichzeitig einen Anlaß für eine figürliche Darstellung boten. Denn der gemeinsame Bezugspunkt unserer Arbeiten, die von der künstlerischen Vorgehensweise recht unterschiedlich sind, liegt in der Thematik der Figur.
Dabei ist es ein bildnerisches Anliegen gewesen, ein dialogisches Verhältnis mit dem Text zu führen. Wir wählten die französische Form des Malerbuches, bei der die Seiten ungebunden bleiben. Durch die Antiquaschrift, wir entschieden uns für Bodoni, wird dem antiken Stoff auch in der Schriftcharakteristik Rechnung getragen. Der schlichte, ausgewogene Schnitt dieser Schrift korrespondiert mit der Radierung und hebt gleichzeitig die Eingenständigkeit von Bild und Text hervor.